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Hölle     
April 22, 2009 von Lyka, 519 Wörter

Ihr wird bewusst, dass sie bis zu den Knien in einer Mischung aus Schleim und Schlamm steht. Die Flüssigkeit fließt ihr in die Pumps und vermischte sich dort mit den sich auflösenden Strumpfhosen zu einem breiigen Etwas. Weder der Himmel noch die Erde zeigen Licht. Nebel hat sich in Sekundenschnelle über die Welt ergossen. Sie zittert, nicht nur aus Kälte, sondern der Schock der Veränderung wird ihr schlagartig bewusst und ihre Adern wurden zu Eis.
    Sie beißt sich die Zunge ab, als sich ihr steifer Körper versucht, zu bewegen und dabei umfällt, weil der Morast mehr leimig als freigebend ist. Das Blut fließt glucksend aus ihrem Mund und an ihrem Kleid herunter, und vermischt sich dann mit dem Untergrund. Der Geruch ist ekelerregend und verursacht Brechreiz. Weil sie sich mit den Händen abgefangen hat, gibt der Boden unter ihr nach und  auch die Hände versinken. Ihr Hände finden keinen festen Untergrund. Zerren und Ziehen ist nutzlos. Sie versinkt. Die Luft
    
    Ihr wird bewusst, dass sie bis zu den Knien in einer Mischung aus Schleim und Schlamm steht. Die Flüssigkeit fließt ihr in die Pumps und vermischte sich dort mit den sich auflösenden Strumpfhosen zu einem breiigen Etwas. Weder der Himmel noch die Erde zeigen Licht.
    Erinnerung macht sich breit, Erinnerung an einen Tod. Schwärzer als das hier war es nicht. Als wäre sie hier tot. Sie geht vor Gram in die Knie und bleibt darin kleben. Sie zerrt, doch die Stellung bleibt festgemauert. Sie weint. Unausweichlich wartet das Sterben. Sie kriecht in die Masse.
    
    Ihr wird bewusst, dass sie bis zu den Knien in einer Mischung aus Schleim und Schlamm steht. Die Flüssigkeit fließt ihr in die Pumps und vermischte sich dort mit den sich auflösenden Strumpfhosen zu einem breiigen Etwas. Weder der Himmel noch die Erde zeigen Licht.
    Es gibt kein Begreifen, nur ein Schütteln des Kopfes. Die Ohrringe fliegen in hohem Bogen weg und versinken. Ein Begen geht durch den Morast. Was passiert dort, geht ihr durch den Kopf. Und es ist, als wäre die teerige Masse an ihrem Knie gesunken.
    Sie wirft ihre Handtasche weg, die Kreditkarten, die Prospekte für den Erwerb eines Hauses, der Führerschein ihres Sportwagens, alle diese Dinge landen auf der silbrig-schwarzgrauen Oberfläche und werden hungrig aufgenommen. Die Wade ist frei. Was noch? Sie reißt sich das teure Designerkleid vom Körper, das Mieder, reißt den Seidenslip weg und lässt ihn fallen.
    Noch sind ihre Knöchel gefangen, doch werden sie auch freigegeben. Sie kommt nicht los. Erschüttert schaut sie nach unten und begreift: "Nein, nicht die teuren Schuhe!"
    eine unzählbare Zeit später steht sie noch immer da, die Knie schmerzend, der Rücken gebeugt, kalt und zitternd. Als sie aus den Schuhen steigt, versiegt die Masse bis auf einen unscheinbaren Rest.
    
    Sie steht im Freien, bloßgestellt vor der Ewigkeit, hebt ihren Fuß und geht, voller Schmerzen einen Schritt. Die Oberfläche ist beißend und hungrig. Noch einen Schritt... und noch einen Schritt. Sie dreht sich um und die Schuhe sind verschlungen worden.
    
    Ein lautes Klingeln erfüllt die Luft wie aus tausend Spielautomaten. Eine Laufschrift, umgeben von tausenden rot-gelb-blauen Lampen erscheint in der Nacht und verkündet "Willkommen im Purgatorium. Gehen Sie ruhig weiter. Wir erwarten Sie!"

morasthöllepurgatorium


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Wolfgang Luley am July 27, 2010
Hallo, ich verstehe, dass die ständige Wiederholung: Ihr wird Bewußt u.s.w. eine Ordnung in die Geschichte bringen und eine Vorbereitung auf das Ende sind. Doch ich empfinde sie als mechanisch und ermüdend. Man könnte den Satz variieren oder anders schreiben, das fände ich interessanter. Die Geschichte schildert, wie eine Frau in der Hölle landet; als Grund wird die Jagd nach Besitz angegeben (z. B. die Erwähnung ihres Sportwagens.). Der Schluss wirkt überraschend, weil unvorhersehbar. Sprachlich müsste man den Text aber noch etwas ausfeilen. Viele Grüße Wolfgang



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