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Für die Familie     
March 2, 2009 von thomas, 639 Wörter

Peter saß in seinem Wagen und fuhr nach hause. Übermüdet von der Arbeit ließ er wie ein Roboter die immer gleichen Bewegungsabläufe zum Steuern des Fahrzeugs abspulen. Die tägliche Monotonie, die ihm etwas Zeit gab über sich und seine Unzufriedenheit nachzudenken. Heute ärgerte er sich wieder über die stupide Schichtarbeit, die er an jedem Werktag der letzten drei Jahre vollrichten hatte müssen, aber das war ein notwendiges Übel, das er für seine Familie in Kauf nahm.
    Gedankenverloren verließ er die kleine Ortschaft Gebach. Er würde in wenigen Minuten endlich zuhause sein. Sein Heimatort Granting wurde von Gebach nur noch von einem kurzen Waldstück getrennt, das er jetzt passieren musste.
    Das Radio spielte gerade einen Hit aus den 80ern. Genervt drückte er an seinem Radio herum, um einen anderen Sender zu suchen, während sein Auto in unverminderter Geschwindigkeit der Straße folgte.
    Während er sich weiter auf das Radio konzentrierte, gab es plötzlich ein lautstarkes metallisches Geräusch, sein Sicherheitsgurt sprang an, die Frontscheibe splitterte. Instinktiv bremste Peter sofort und erkannte im schwachen Mondlicht die Umrisse eines Körpers, der zum Teil die Frontscheibe verdeckte.
    Verdammt, dachte er sich und überlegte, was er jetzt tun soll. Ein Wildschaden hatte ihm jetzt gerade noch gefehlt.
    Genervt stieg er aus, ging um das Auto herum und sah im blendenden Scheinwerferlicht die Umrisse eines kleinen menschlichen Körpers, wahrscheinlich die eines Kindes, auf seinem Auto liegen. Plötzlich durchfuhr ihn ein Schreck, und Visionen von Gefängnis und hohen Geldstrafen, dem Job- und Führerscheinverlust und dem endgültigen Aus seiner Existenz und die seiner Familie verursachten eine unbeschreibbare Panik in ihm.
    Was sollte er machen?
    Er näherte sich dem Körper, der auf seiner Motorhaube lag, hielt seinen Kopf über ihn, lauschte angestrengt und vernahm ein leises, atmendes Geräusch, das von einem Rasseln begleitet wurde. Er wusste, das Rasseln zeugte von inneren Verletzungen. Die Lunge füllte sich bereits mit Blut und es war wahrscheinlich, dass das Kind nicht überleben würde, wenn er nicht sofort handelte und den Notarzt rief oder es gleich in das nächste Krankenhaus bringen würde.
    Immer noch starr vor Angst traf er eine Entscheidung ...
    Er packte den kleinen Körper mit seinen beiden Armen, hob ihn hoch und trug ihn zum Waldrand. Dort stand er dann ein paar Sekunden, während er ein ein leises Stöhnen vernahm. Es schien bei Bewusstsein zu sein. Irgendwie war ihm die Stimme vertraut, wahrscheinlich ein Kind aus der Nachbarschaft, das er kannte.
    Die Zeit wurde knapp. In der Nacht war die Straße wenig frequentiert, es konnte aber jederzeit jemand kommen und dann war es zu spät, für das, was er jetzt vor hatte.
    Peter, immer noch das Kind in den Armen haltend, betrat das Waldstück und verließ es einige Sekunden später wieder - ohne Kind.
    Zitternd und gehetzt lief er zu seinem Auto, stieg ein und hoffte, dass es nicht zuviel abbekommen hatte. Es sprang an. Wie ein Verrückter schnellte er die schwach ausgeleuchtete Straße in Richtung Granting. Er musste zum Glück nicht durch die ganze Ortschaft, sondern wohnte mit seiner Familie in einem kleinen Haus vor der Ortschaft.
    Gewissensbisse zehrten an ihm und die Gedanken überschlugen sich. Er versuchte sich einzureden, dass er nur im besten Interesse seiner Familie gehandelt hatte. Sie brauchte ihn doch, Ehemann und Vater ...
    Endlich kam er an, stellte das Auto in seinen Heuschuppen ab, verdeckte den Wagen, zog seine blutverschmierte Jacke aus und ging zum Haus, innerlich immer noch aufgeregt.

Noch nicht ganz an der Haustüre angekommen öffnete sich die Tür und seine Frau verließ das Haus. Sie wirkte gestresst und hatte offenbar geweint. Angst und Scham überkam ihn. Sie wusste schon, was passiert war? Woher?
    "Peter!", rief sie, als sie die Tür verlassen hatte und auf Peter zulief.
    "Ja?", antwortete er unsicher mit zittriger Stimme.
    "Markus ist weggelaufen! Vor einer halben Stunde hatte ich ihn noch gesehen, dann war er plötzlich weg! Wir müssen ihn suchen!".

Gleich darauf fiel es ihm ein, woher er die Kinderstimme kannte ...

thrillernachtmordhorrorblut


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Klabund am November 9, 2009
ich finde die geschichte ist übertrieben mit irgendwelchen Fremdwörtern erzählt genau wie ein sachbuchtext.


Wolfgang Luley am July 27, 2010
Hallo, meinem Vorredner kann ich mich nicht anschließen. Gerade durch den sachlichen Ton wirkt die Geschichte glaubwürdig. Außerdem ist der Inhalt wahrscheinlich - es könnte sich so zugetragen haben. Allerdings - ab der Stelle, wo dem Akteur die Stimme seines Opfers bekannt vorkommt, wird klar, wie die Geschichte endet. Das halte ich für den einzigen Makel. Ansonsten gefällt mir die Geschichte gut. Ich gebe ihr 3 Sterne. Viele Grüße Wolfgang



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